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Wildnis für Kinder: Naturerfahrungsräume in der Stadt

Besitzt Wildnis eine spezifische Bedeutung für Kinder? Das Projekt Wildnis für Kinder antwortet mit einem klaren „Ja“. Wildnis, das ist Rückzugsraum, in dem Kinder unbeobachtet und frei von elterlichen Vorgaben ihr Autonomiebedürfnis befriedigen. Das ist Strukturreichtum, der ihre Neugierde wie Kreativität weckt und das Hochgefühl der Selbstverwirklichung erleben lässt. Das ist das Wagnis, die Grenzen körperlicher Geschicklichkeit auszudehnen.

 

Kein Wunder also, dass Psychologen, Pädagogen und Kinderärzte den Wert des Draußenspiels in „wilder“ Natur preisen. Wie nirgendwo sonst wird dabei die Entwicklung von Kindern gesamtheitlich gefördert. Und für die Kinderwildnis braucht es keinen Urwald: Ein nahe gelegenes, strukturreiches Brachgelände genügt bereits, um den elementaren Bedürfnisse gerecht zu werden.

 

Für die Biologische Station Östliches Ruhrgebiet ist die Förderung von Naturerfahrung aber auch beste Naturschutzarbeit im Ballungsraum. Verbundenheit und Liebe zur Natur sind Schlüsselfaktoren für späteres Umweltengagement. Ausgiebige Naturkontakte in der Kindheit sind hier prägend. Sie lassen unbewußt und nachhaltig Wertschätzung ganz nebenbei entstehen.

 

Vor diesem Hintergrund betreibt die Biologische Station seit 2010 das Projekt Wildnis für Kinder in Herne und Bochum: Städtische Grünflächen im Umfeld der Wohnquartiere werden als Naturerfahrungsräume (planerisch) gesichert. Die Mindestgröße von ein bis zwei Hektar garantiert Rückzugsorte für das selbstbestimmte Spiel in einer für die Sechs- bis Zwölfjährigen spannenden Landschaft.

 

Die Pilotwildnis für Kinder entstand 2011 in Herne auf einer ehemaligen Industriebrache. Das Projekt weckte bald das Interesse der Nachbarstadt Bochum, wo man den politischen Beschluss zu mindestens einer Wildnis für Kinder pro Bezirk fasste. Auf der Grundlage einer stadtweiten Recherche potenziell geeigneter Areale durch die Biologische Station wurden die sechs Auswahlflächen mit dem Grünflächenamt abgestimmt. Seit 2013 wird jährlich eine neue Wildnis für Kinder „eröffnet“. Mit gezielten Initialgestaltungen (z.B. Freischneiden von Lichtungen oder „Dschungelpfaden“, Geländemodellierungen, Gehölzpflanzungen) wird zunächst die Attraktivität der Flächen erhöht. Ein breit angelegter Kommunikationsprozess mit den Bürgern und allen relevanten Akteuren des Stadtteils schafft die notwenige Akzeptanz. Ein „Einweihungsfest“, auf dem Eltern und Kinder vor Ort die Möglichkeiten der Naturerfahrung kennenlernen, setzt den offiziellen Startschuss.

 

Für all diese Aufgaben ist die Biologische Station der „Kümmerer“. Die Finanzierung erfolgt weitgehend durch die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege. Leider wissen viele Kinder heute selbst mit hoch attraktiver Natur kaum noch etwas anzufangen. Die allgegenwärtigen digitalen Medien wie auch zunehmend überbehütende Eltern tun ihr Übriges. Öffentlichkeitsarbeit sowie „Schnupperangebote“ für Schulen und Kindergärten sind deshalb eine zweite, wichtige Säule des Projektes. Angesichts der unklaren Haftungssituation sind Naturerfahrungsräume für manche Kommunen gegenwärtig ein zu heißes Eisen. Die Biologische Station bemüht sich zurzeit um eine gesetzliche Regelung für NRW nach Berliner Muster. Dort heißt es im Landesnaturschutzgesetz (§40) „Die Benutzung von Naturerfahrungsräumen erfolgt auf eigene Gefahr. Es besteht insbesondere keine Haftung für typische, sich aus der Natur und dem Spiel ergebende Gefahren.“

 

Philosophie und Ziel

 

Termine

 

 

Name "Wildnis für Kinder" geschützt.
Logo "Wildnis für Kinder" geschützt, Entwurf Robert Krause.
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