Station 5 Totholz - richtig lebendig

Der deutsche Wirtschaftswald macht in der Regel auch heute noch einen recht aufgeräumten Eindruck. Tote oder kranke Bäume und Baumbestandteile werden entfernt.

 

Hier aber sehen wir: In einem Naturschutzgebiet ist das anders. Die Artenvielfalt ist ein erklärtes Schutzziel. Unzählige Organismen leben im, am und vom Totholz: Asseln, Springschwänze und Tausendfüßler ebenso wie Holzpilze zersetzen den abgestorbenen Baum. Das kann durchaus Jahrzehnte dauern. Die Larven vieler Bockkäfer leben im Holz, sie selbst dienen räuberischen Arten als Nahrung.

 

Besonders wertvoll ist stehendes Totholz: Hier haben es Spechte leicht, ein Quartier für den Nachwuchs zu zimmern. Meisen, Kleiber, seltene Hohltauben und auch Fledermäuse sind darauf angewiesen, solche Höhlen später einmal zu übernehmen.

 

Beinahe paradox: Ein lebendiger Wald braucht Totholz!

 

Foto Breitflügel-Fledermaus: Gerhard Mäscher
Foto junger Steinkauz: Norbert Kilimann
Foto junger Buntspecht: Andreas Welzel