Paul Prinz: Prakti 2020

Pauö Prinz Portrait

Paul Prinz bereichert unser Team als Praktikant im Sommer und Frühherbst 2020. Er ist begeisterter Student am Geografischen Institut der Ruhr-Universität Bochum.

 

Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Kartierung potenzieller Nisthilfe-Standorte für Mauersegler an Schulgebäuden in Herne. Zudem arbeitet er sich intensiv in die Auswertung von akustischen Fledermaus-Aufzeichungen ein und lernt, sie zu bewerten. Paul nimmt zudem jede Menge Außentermine unseres Teams wahr, seien es Exkursionen, die Kartierung von Stadtbiotopen oder die Teilnahme an der Insektenkartierung in Beweidungsprojekten.

 

Wir freuen uns sehr über die Zeit, die Paul bei uns verbringt. Herzlich willkommen!


Blumenwiese

Herne blüht auf!

Seit vielen Jahren geht die Zahl unserer Insekten stark zurück: Die Artenvielfalt nimmt ab.

 

Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist: Unsere Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Käfer finden keine Nahrung, weil Blütenpflanzen fehlen. Das können wir gemeinsam ändern. Im Rahmen der Kampagne „Herne blüht auf!“ wollte Ihnen der Fachbereich Stadtgrün Herne, Stadtmarketing Herne, die Biologische Station und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Hunderte von Wildblumen-Samentütchen austeilen. Gut besuchte Fachvorträge der Biologischen Station ergänzten die Kampagne bereits.

 

Leider kam uns dann Corona dazwischen. Die Aktion kam ins Stocken, vor allem die Ausgabe von Samentütchen. All das wird natürlich sobald wie möglich nachgeholt.

 

Die Stadt Herne selbst wie auch einige Wohnungsbaugenossenschaften und einzelne Bürgerinnen und Bürger haben dennoch schon einmal auf eigene Faust angefangen. Das Ergebnis hat der NABU Herne dokumentiert. Es läßt sich wirklich sehen: Phantastisch!

 

Umso mehr freuen wir uns darauf, was dabei herauskommt, wenn "Herne blüht auf!" irgendwann wirklich durchgeführt werden kann.

 

Die Insekten jedenfalls wird es freuen. Uns Menschen auch.

 

zur Doku des NABU Herne    NABU

 

Foto Herner Blumenwiese: NABU Herne


Turmfalken hautnah: inmitten der Stadt

Turmfalken

Die Kinderstube von Turmfalken konnten Hernerinnen und Herner im Süden ihrer Stadt nun beobachten: Unweit der Flottmannhallen zogen die geschickten Jäger ihre Brut groß. Der Horst befand sich wettergeschützt im Fenster-Runddurchbruch eines Wohngebäudes.

 

Und alles lief zur besten Zufriedenheit: Die Jungtiere machten Anfang Juli ihre ersten Flugversuche und landeten dabei auch auf den Balkonen der erstaunten Menschen. Und auch Tage danach sind sie in den Häuserschluchten noch zu hören - und mit etwas Glück zu sehen.

 

Das Herner Beispiel belegt: Turmfalken sind Kulturfolger. Sie verlieren ihre Scheu vor der Nähe des Menschen. Und dennoch bleiben sie bei Landwirten gern gesehen: Wühlmäuse stehen bei ihnen ganz oben auf der Speisekarte. Auch Echte Mäuse und kleine Vögel, zudem Eidechsen und größere Insekten bereichern das Nahrungs-Spektrum.

 

Natur findet also auch inmitten der Stadt durchaus ihren Platz. Man muss ihr nur Raum geben - und sie dann schließlich auch zulassen.

 

Der genaue Standort des Nestes bleibt auf Wunsch der beobachtenden Familien unveröffentlicht. Vielleicht kommen die interessanten Tiere im nächsten Jahr wieder?

Turmfalke

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kleiner Eichelhäher

Eichelhäher juv
ein kecker kleiner Eichelhäher

Einen verlassenen jungen Eichelhäher entdeckten die beiden Herner Studenten Hannah und Theo. Nach Stunden des Beobachtens und erfolglosen Wartens blieb nur noch Handeln als Option, als eine Katze den kleinen Ästling entdeckte: Der Jungvogel wurde aus der Gefahrenzone mit auf den Balkon genommen.

 

Dort ließ er sich auch gleich füttern. Und er blieb. Den beiden Tierfreunden gelang es, ihn in den kommenden zwei Wochen aufzupäppeln. Über das spezielle Aufzuchtfutter machten sie sich kundig. Fünf mal am Tag war Fütterung, erst mit Spezialbrei direkt in den Schnabel. Später wurde das Aufnehmen von Mehlwürmern und Heimchen vom Boden trainiert. "Nur das Fliegen konnten wir ihm nicht vormachen, das mußte er sich selbst beibringen", schildern die beiden Zieheltern.

 

Das zutrauliche Tier verabschiedete sich am 7. Juli in die Freiheit. Ob sich Fridolin, so wurde der kleine Rabenvogel getauft, noch ein paar mal blicken läßt?

 

Vielen Dank jedenfalls, Theo und Hannah, für Euer Engagement.

 

Video-Sequenz

 


Herne blüht auf

Blumen
Wildblumen: schön - und lebensnotwendig für Insekten. Kleine Hunde mögens auch ... ;-)

In Herne-Holthausen bei Familie Vieting hat die Natur einiges zu bieten: An beiden Giebeln lebt eine Spatzenkolonie, die auch nach dem Dachumbau dort ihren Platz findet: Die Herner Dachdeckerei Kortebusch richtete den Ortgang fachgerecht so ein, dass sich am Haus auch in diesem Frühjahr und Sommer über ein Dutzend (!) Sperlingsnester befindet. Zur großen Freude von Mensch und Tier.

 

Auch die Pflanzenwelt hat im Garten der Vietings eine Heimat. Dazu gehört das kleine neue Wildblumenbeet, das die Aktion "Herne blüht auf" schon einmal vorwegnimmt. Eine Wohltat nicht nur für das Auge, sondern auch für viele Insekten.

 

So hat Naturschutz auch in der Stadt eine Chance.


Feuersalamander-Epidemie

Feuersalamander
Foto Feuersalamander: Norbert Kilimann

Die Pilzerkrankung Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal, "Salamanderpest"), bedroht nun auch die heimische Population des Feuersalamanders. Die Art lebt recht verborgen und wird daher relativ selten gesichtet. Wenn sie uns begegenet, ist sie an der auffällig schwarz-gelben Musterung zu erkennen.

 

Feuersalamander leben in Laubwäldern mit Zugriff auf nahe gelegene Laichgewässer. Ein typischer Lebensraum ist etwa der Langeloh, ein NSG im Städtedreieck Bochum/ Herne/ Castrop-Rauxel. Aber auch naturnah gestaltete Parks und Friedhöfe bieten geeignete Habitate.

 

Die Erkrankung Bsal verläuft für Salamander immer tötlich. Wir befürchten, dass die Population in der Region zusammen bricht. Eine Gefahr für Menschen besteht jedoch nicht.

 

Das können wir tun:

 

Betreten Sie mögliche Laichgewässer wie Bachläufe und Stillgewässer bitte nicht: Sie könnten den Pilz mit dem Schuhwerk dort hineintragen. Für wissenschalftliche Untersuchungen wird die Kleidung zuvor stets aufwändig desinfiziert.

 

Sollten sie einen toten Feuersalamander auffinden, berühren sie ihn bitte nicht. Soweit es Ihnen möglich ist, erstellen Sie ein Foto und teilen Ihren Fund der zentralen Meldestelle bei der Universität Braunschweig mit:

 

Meldung per e-mail Uni Braunschweig

 

Weitere Informationen:

 

* Bezirksregierung Arnsberg

* Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz LANUV NRW

 


Warnung vor Eichenprozessionsspinner

Es wurden auch im Bereich des Ruhrgebietes die Larven des Eichenprozessionsspinners gesichtet.

 

Diese Art kann durch ihre herumfliegenden Brennhaare unangenehme Hautreizungen und -irritationen hervorrufen.

Seien sie vor allem in der Nähe von Eichen oder Hainbuchen besonders aufmerksam, bedecken Sie im Wald Ihre Haut und meiden Sie in diesen Frühsommertagen notfalls solches Gelände.

 

Vor allem: Berühren Sie bitte nicht die Gespinste an den Bäumen. Informieren Sie Ihre Familile, Freunde und Bekannte: Aufeinander zu achten ist immer hilfreich.


NRW-Stiftung fördert erneut und massiv

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung stellt der Biologischen Station für das Projekt „Wildnis für Kinder“ bis zu 255.000 Euro zur Verfügung. Das beschloss jetzt der Vorstand der NRW-Stiftung unter Vorsitz des ehemaligen Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg. Der frühere Staatskanzleichef und Minister a.D. Franz-Josef Lersch-Mense überbrachte der Biologischen Station nun persönlich die schriftliche Förderzusage im Namen des Stiftungsvorstandes.

 

Seit 2010 betreibt die Biologische Station das Projekt "Wildnis für Kinder" in Herne und Bochum: Städtische Grünflächen im Umfeld von Wohnquartieren werden als Naturerfahrungsräume gesichert und sollen als Rückzugsorte für das selbstbestimmte Spiel dienen. Im Juli 2012 wurde mit Hilfe der NRW-Stiftung der erste offizielle Naturerlebnisraum in NRW in Herne-Mitte eröffnet, seitdem entstanden sechs weitere Wildnis-für-Kinder-Flächen in verschiedenen Bochumer und Herner Stadtteilen.

 

Nachdem beide Pilotprojekte zwischenzeitlich erfolgreich auf den Weg gebracht werden konnten, will die Biologische Station ihre Erfahrungen nun auch anderen Städten und Initiativen nahebringen: mit Aktionen für Kinder, Informationsveranstaltungen für Eltern, Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen, einer neu aufgelegten Beratungsmappe „Wildnis für Kinder“ und weiteren Beratungsangeboten. Vor allem sind Impulsveranstaltungen für Kinder auf den Wildnis-Flächen geplant. Zudem werden ehrenamtliche Patenschaften mit Anwohnern und Vereinen aus dem Umfeld der „Wildnisgebiete“ angestrebt.

 

Mit dem Zuschuss der NRW-Stiftung kann die Biologische Station nun einen großen Teil dieser anstehenden Maßnahmen angehen.

 

Unsere Fotogalerie (s.u.) zeigt die Übergabe der Förderzusage an Stations-Geschäftsführer Jürgen Heuser und Rolf Reinholz, den Vertreter der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Biologischen Station. Auch ein Erkundungsgang über eine "Wildnis" wurde unternommen, - und: Er hat Spaß gemacht!

 

 

So schön wars beim Übergabe-Termin:


Turmfalken auf Zeche Hannover

Der Turmfalke und die Zeche Hannover, das ist ein Paar, das seit Jahrzehnten bestens zueinander passt.

 

Nun musste der angestammte Falkennistplatz am Malakowturm im Rahmen von Sanierungsarbeiten verschlossen werden. Selbstverständlich wurde für Ersatz gesorgt: Wenige Meter über dem alten Nistplatz brachten Jürgen Heuser von der Biologischen Station und Mitarbeiter einer vom LWL-Industriemuseum beauftragten Fachfirma nun einen speziellen Nistkasten an. „Ich möchte fast wetten, dass der Turmfalke hier bald wieder zu sehen und zu hören ist.“, zeigt sich der Zoologe zuversichtlich. Auch Dietmar Osses, Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover, hofft auf die Rückkehr der Greifvögel: „Die Turmfalken sind hier zu unseren Maskottchen geworden. Unsere Besucher lieben sie, und ganz nebenbei wird dadurch ein Zuviel an Tauben ferngehalten.“ Das wiederum ist ganz im Sinne der Gebäudeverwaltung.

 

30m hoch über Bochum mögen für Menschen Schwindel erregend sein, für Turmfalken ist es jedenfalls genau das Richtige.


V-Klasse zu Besuch

Eine Vorbereitungsklasse der Herner Schule am Hölkeskampring besuchte nun die Biologische Station. Die Jungen und Mädchen aus Rumänien und Bulgarien konnten bei einem Ton- und Bilderquiz die heimische Tierwelt des Balkans und Mitteleuropas wieder erkennen. Und erarbeiteten mit Stationsmitarbeiter Stefan Welzel zugleich die Namen der Arten in mehreren Sprachen. Dieses Lernen machte einfach Spaß.

 

Anschließend ging es raus in den BUND-Garten, wo Hiltrud Buddemeier die Gruppe in die phantastische Blütenwelt eines der schönsten Gärten des Ruhrgebietes führte. Sofort hatten sich die Jugendlichen in die Hühner und - etwas später - auch in die beiden frechen Dackel "verkuckt". Und vom Steg des Teiches wollten sie auch nicht mehr weichen: Es wurden jede Menge Rückenschwimmer, Libellenlarven und Molche gekeschert.

 

"Wir wollen unbedingt wieder kommen!", war der Wunsch der Schülerinnen und Schüler um Integrationslehrerin Susanne Brenner und Fachlehrer Michael Stürmer. Na dann: Herzlich willkommen!

 

 


Fassaden-Spechte

Specht baut Höhle an Fassade
Buntspecht an Fassadendämmung: Nicoley Eckmann

Buntspechte erstellen ihre Nisthöhlen bekanntlich selbst: Dazu meißeln sie Hohlräume in geschwächte bzw. abgestorbene Baumteile, also in weiches Material. Verlassene Spechthöhlen dienen später anderen Vorgelarten wie Meisen und Kleibern als Nistplatz. Als letzte Bewohner beziehen darin dann manchmal Fledermäuse Quartier.

 

Dass nicht nur Holz, sondern auch modere Baustoffe wie Wärmeverbundfassaden als Spechthöhlen-Standort ausgewählt werden können, erlebt nun Nicoley Eckmann von der Mikroskopischen Arbeitsgemeinschaft, an dessen Wanne-Eickeler Wohnung ein Buntspecht Quartier bezogen hat.

 

Was den Specht zunächst glücklich zu machen scheint, ist für die Eigentümer des Hauses leider ein profaner Bauschaden. Wie Spechte im Vorfeld von Fassaden abgewehrt werden können, ist nach wie vor unglöstes Thema bei Architeten und Vogelkundlern. Für Ideen und Anregungen ist die Biologische Station dankbar. Kontakt