Rechts von uns liegt im Wald ein tiefer, fast schluchtenartiger Einschnitt: Darin verläuft einer der größten Bochumer Bäche: Er gibt dem Naturschutzgebiet seinen Namen, Oelbach.

 

Doch so einfach ist es hier mit dem Namen nicht: Der Oberlauf nennt er sich auch Bövinghauser Bach, benannt nach der alten Bauerschaft Bövinghausen nördlich von uns. Der Bövinghauser Bach durchfließt die Städte Bochum, Dortmund und Castrop. Der Mittellauf ist auch als Harpener Bach bekannt: Namenspatin ist hier die Bauerschaft Harpen mit den ehemaligen Dörfern und heutigen Stadtteilen Kornharpen und Kirchhharpen. Nur der Unterlauf trägt schon seit langem den Namen Oelbach (auch Uhlbach). Um Mißverständnisse zu vermeiden, heißt das Fließgewässer heute als ganzes "Oelbach".

 

Der Oelbach bildet in weiten Teilen die Stadtgrenze zwischen den Städten Bochum und Dortmund. Das Tal steht auch auf Dortmunder Seite unter Schutz. Es heißt hier "NSG Oelbachtal".

 

Der Oelbach wurde in früherer Zeit, wie so viele Bäche des Ruhrgebiets, mit Beton ausgebaut, um so besser die Abwässer der Zeche Lothringen abzuführen. In die Verschalung hinein wurden aber auch Abschläge aus der Mischwasserkanalisation der anliegenden Wohnsiedlungen geleitet.*

 

Der Oelbach ist heute wieder relativ sauber: Er erreicht eine Wassergüte der Güteklasse II, was beinahe wieder einem natürlichen Zustand entspricht. Auch sein Verlauf und sein Bachbett sind, zumindest hier im Wald, wieder etwas naturnaher. Im Bach wurden zahlreiche Wasserorganismen nachgewiesen, so etwa die Larven von Köcherfliegen.

 

* Im so genannten Mischsystemen fließen Abwasser und Regenwasser im selben Kanal, der bei starkem Regen überläuft und in den Bach "abgeschlagen" wird. Solche Bäche sind bei Hochwasser besonders belastet.

 

weiterer Weg: Folge dem Weg, bis sich der Wald öffnet. Du läufst auf eine Art Plattform mit großen Steinblöcken zu. Von hier blickst Du auf den Teich (Station 4).